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LIV Golf Virginia: Als mein Roadtrip plötzlich Bass, Bryson und ein 22-Dollar-Bier bekam

  • Autorenbild: Marco
    Marco
  • vor 10 Stunden
  • 11 Min. Lesezeit

Eigentlich war auf dieser Reise gar kein Golf geplant. Und damit meine ich nicht „wenig Golf“ oder „vielleicht ein kleiner Abstecher auf eine Driving Range“. Ich meine wirklich: kein Golf.


Ich war mit einem Freund auf einem Roadtrip von Washington nach Nashville und wieder zurück nach Washington. Mein Freund hat mit Golf ungefähr so viel am Hut wie ich mit Synchronschwimmen. Also eigentlich nichts. Entsprechend war Golf auf dieser Reise auch kein Thema. Wir wollten fahren, schauen, essen, staunen und Amerika ein bisschen aufsaugen. So zumindest der Plan.


Dann kam diese eine E-Mail.


Ich war bereits ein paar Tage in den USA, als ich erfuhr, dass LIV Golf Virginia vom 7. bis 10. Mai 2026 im Trump National Golf Club in Sterling, Virginia, also in der Nähe von Washington D.C., stattfindet. Und plötzlich begann mein innerer Golfkalender hektisch zu arbeiten. Es bestand tatsächlich eine reelle Möglichkeit, mit etwas Umdisponieren am Samstag, 9. Mai, in der Gegend zu sein und dieses Turnier irgendwie mitzunehmen. Da ich am 11. Mai wieder zurück in die Schweiz flog, war das Zeitfenster zwar nicht riesig, aber gross genug, um mir einzureden: Das muss jetzt irgendwie klappen.


Für mich war das ungefähr so, als würde man als Kind zufällig erfahren, dass der Zirkus gerade im eigenen Garten aufgebaut wird. Nur mit mehr Golf, mehr Musik und deutlich teurerem Bier.


Mein Freund war von meiner spontanen Golf-Euphorie zunächst etwas weniger begeistert. Was ich absolut verstehen konnte. Wenn man selbst kein Golf spielt, klingt ein ganzer Tag an einem Golfturnier vermutlich nicht nach grossem Abenteuer, sondern eher nach „leise sein, herumstehen und Menschen beim konzentrierten Spazieren zuschauen“.


Nach einer gewissen Bedenkzeit entschied er sich dann aber doch, mitzukommen. Wahrscheinlich auch, weil er merkte, dass ich innerlich sowieso schon halb auf dem Gelände stand.


Spoiler: Er wurde überrascht.


Der Eingangsbereich zu LIV Golf Virginia.
Welcome to LIV Golf Virginia

Die Anreise war schon Teil des Erlebnisses

Was mich bereits vor dem Event positiv überrascht hat, war die Organisation. Ich wurde per E-Mail sehr gut informiert und wusste dadurch genau, wie die Anreise funktionieren sollte. Wer mit dem Auto kam, parkierte nicht direkt beim Golfclub, sondern bei einer Shopping Mall. Von dort aus ging es mit Reisebussen weiter zum Trump National Golf Club.


Und zwar nicht mit zwei einsamen Bussen, bei denen man hofft, dass der Fahrer nach der Mittagspause wieder auftaucht. Nein, dort standen unzählige Busse bereit. Alles war klar ausgeschildert, alles wirkte durchdacht, und man hatte sofort das Gefühl: Die wissen hier, was sie tun.


Allein die Fahrt mit dem Bus zum Golfclub war für mich schon ein Highlight. Der Trump National Golf Club ist ein privater Golfclub. Also kein Platz, bei dem man einfach kurz vorbeifährt, an der Reception fragt, ob noch eine Tee Time frei ist, und dann mit leicht nervösem Lächeln versucht, nicht sofort als touristischer Durchschnittsgolfer aufzufallen. Normalerweise kommt man dort als normaler Golfspieler nicht einfach so rein. Und genau deshalb war es für mich schon speziell, überhaupt auf dieses Gelände zu fahren.


Dazu kam noch das Wetter. Auf unserer Reise hatten wir eigentlich fast immer gutes Wetter. Aber ausgerechnet für diesen Samstag meldete der Wetterbericht Regen und eine deutliche Gewittertendenz. Perfekte Voraussetzungen also für einen Tag auf einem riesigen Golfplatz, wenn man gerne nasse Schuhe, klebrige Regenjacken und schlechte Laune sammelt.


Zum Glück war der Wetterbericht, wie so oft, wenn man es wirklich braucht, komplett falsch. Es war super Wetter. Und damit war meine Stimmung endgültig auf „Golfkind im Süsswarenladen“.


Golf, aber mit Bass

Beim Eingang wurde das Ticket gescannt. Danach erhielt man ein LIV-Golf-Armband mit Mikrochip. Dieses Armband konnte man auch für gewisse Zahlungsaktivitäten verwenden. Zudem waren darauf offenbar persönliche Informationen hinterlegt. Das Ganze wirkte sehr modern, interaktiv und ziemlich weit entfernt von der klassischen Vorstellung eines Golfturniers, bei dem jemand mit strengem Blick ein Schild mit „Quiet please“ hochhält.


Kaum waren wir auf dem Gelände, war klar: Das hier ist nicht einfach ein Golfturnier. Das ist ein Event.


Über das riesige Gelände dröhnte Musik. Es gab DJs, Fanbereiche, Essen, Getränke, Merchandise und überall Menschen, die offensichtlich gute Laune hatten. Das Publikum war bunt gemischt. Natürlich sah man viele klassische Golfspieler. Aber auch sehr viele junge Menschen. Das fiel mir besonders auf, weil man das in dieser Dichte bei Golfturnieren in Europa noch eher selten sieht.


Und dann war da noch dieses faszinierende Phänomen, das man bei Golfturnieren immer wieder beobachten kann: Viele Zuschauer sind angezogen, als würden sie gleich selbst abschlagen. Polo, Cap, Shorts, Golfschuhe oder zumindest etwas, das stark danach aussieht. Als würde jeden Moment jemand rufen: „Flight Nummer 27, bitte zum Abschlag.“ Ich nehme mich da gar nicht aus. Auch ich bin als Golfspieler natürlich anfällig für diese Art von textilem Gruppenzwang.


Mein Freund, der mit Golf nichts am Hut hat, hatte jedenfalls etwas Steiferes, Ruhigeres und vermutlich Langweiligeres erwartet. Stattdessen stand er plötzlich mitten in einem modernen, lauten und erstaunlich lockeren Sportevent. Ich glaube, da hat sich sein Bild von Golf an diesem Tag ziemlich verschoben.


  • Der erste Eindruck des Geländes
  • Die Fahnen aller Teams
  • Ein wunderschönes Clubhaus

Erst Merchandise, dann Range

Natürlich führte unser erster Weg ins grosse LIV-Golf-Merchandise-Zelt. Dort konnte man Artikel von allen Teams kaufen. Wenn man Golf mag und gleichzeitig anfällig ist für Logos auf Poloshirts, Caps und sonstigem Zubehör, ist so ein Zelt nicht ganz ungefährlich. Man geht schnell hinein mit dem Gedanken „Ich schaue nur kurz“ und kommt wieder heraus mit einem inneren Finanzminister, der nervös an einem neuen Finanzbudget arbeitet.


Schon beim Betreten des Geländes war mir ausserdem aufgefallen, dass auch das Clubhouse und der Proshop geöffnet waren. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Wenn man schon einmal die Gelegenheit hat, das Clubhouse eines solchen privaten Golfclubs zu betreten, dann geht man da rein. Auch wenn die Kreditkarte später vielleicht kurz passiv-aggressiv vibriert.


Den Clubhouse-Besuch haben wir uns aber für später aufgehoben. Zuerst gingen wir zur Driving Range.


Und dort wurde es für mich als Golfspieler richtig spannend.


Plötzlich standen sie vor einem: Sergio Garcia, Bryson DeChambeau, Lucas Herbert, Anthony Kim, Jon Rahm, Cameron Smith und viele andere grosse Namen der LIV Golf Tour. Spieler, die man sonst aus dem Fernsehen kennt, standen nun einige Meter entfernt und spielten sich ein.


  • Bubba Watson
  • Dustin Johnson mit Eric Trump
  • Nick Pugh, der Caddie von Lucas Herbert
  • Anthony Kim auf dem Übungsgelände
  • Sebastián Muñoz schreibt Autogramme vor dem Spiel
  • Dustin Johnson auf dem Weg zur Range
  • Cameron Smith auf dem Weg zur Range
  • Branden Grace und Tyrrell Hatton

Es ist schon speziell, Profis beim Aufwärmen zuzusehen. Einerseits sieht alles unglaublich locker aus. Andererseits merkt man sehr schnell: Das ist eine andere Sportart als das, was ich am Wochenende manchmal auf dem Platz versuche. Der Ballkontakt, die Routine, die Präzision und diese Selbstverständlichkeit sind beeindruckend. Bei mir sieht ein Warm-up manchmal noch aus wie eine Verhandlung mit dem eigenen Körper. Bei diesen Spielern ist es eher eine technische Demonstration mit Golfball.


Bryson DeChambeau live zu sehen, war für mich eines der Highlights. Aber eigentlich war die ganze Range ein Highlight. Man steht da, schaut zu und denkt sich: „Aha. So kann man diesen Sport also auch spielen.“


Bryson DeChambeau auf dem Weg zum ersten Abschlag.

Jon Rahm am ersten Abschlag und die Sache mit dem Mut

Das Turnier wurde mit Kanonenstart eröffnet. Das bedeutet, dass die Flights parallel an verschiedenen Löchern starten. Bei LIV Golf ist das üblich und unterscheidet sich von dem, was man von klassischen Turnieren wie der PGA Tour kennt.


Wir folgten zu Beginn dem Flight, der an Loch 1 startete. Und dieser Flight war gleich ziemlich prominent besetzt: Jon Rahm, Lucas Herbert und Sergio Garcia. Lucas Herbert gewann später übrigens das Turnier. Wir waren also nicht gerade bei irgendeiner zufälligen Gruppe gelandet.


Beim ersten Abschlag kam dann einer dieser Momente, die man als Hobbygolfer besonders intensiv wahrnimmt.


Ich habe mich schon öfter gefragt, wie mutig Zuschauer bei Profi-Golfturnieren eigentlich sein müssen. Links und rechts vom Abschlag stehen Menschen relativ nahe an der Flugbahn. Und ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schnell ein Golfball eine völlig eigene Lebensentscheidung treffen kann. Man plant einen geraden Drive. Der Ball entscheidet sich für ein Abenteuer nach rechts. Oder links. Oder irgendwohin, wo niemand mit gesundem Selbsterhaltungstrieb stehen möchte.


Und dann stand ich plötzlich selbst genau dort. Vorne am Abschlag. Voller Erwartung. Jon Rahm schlug ab, und ich hörte den Ball an meinem Kopf vorbeizischen.


In diesem Moment dachte ich mir: Vielleicht sind Golfzuschauer gar nicht mutig. Vielleicht sind sie einfach optimistisch.


Jon Rahm auf dem Grün

Die Profis rennen ja fast

Was mich ebenfalls überrascht hat, war die Pace der Spieler.


Ich dachte immer, Profis hätten auf dem Platz weniger Stress als ich. Sie treffen das Fairway ja öfter. Sie müssen weniger suchen. Sie stehen vermutlich seltener im Rough und diskutieren mit sich selbst, ob der Ball jetzt wirklich spielbar ist oder ob man den Ball besser direkt als unspielbar erklärt.


Aber nein.


Kaum hatte der letzte Spieler im Flight geschlagen, ging es stramm weiter. Die liefen wirklich zügig. Als Zuschauer musste man fast nebenher joggen, wenn man dranbleiben wollte. Golf ist offenbar auch bei Profis kein gemütlicher Spaziergang mit gelegentlichen Ballkontakten. Zumindest nicht bei LIV Golf.


Später gingen wir auch quer zu anderen Löchern, um weitere Spieler zu sehen und mehr vom Gelände mitzunehmen. Und genau da zeigte sich nochmals, wie anders dieses Event war.


Die Stimmung rund um die Löcher war unglaublich. Es wurde gejubelt, geschrien, gelacht und mitgefiebert. Nicht einfach nur höfliches Klatschen, wie man es manchmal mit Golf verbindet. Da war richtig Energie drin.


Einmal sah ich, wie ein Spieler aus dem Bunker direkt aufs Grün und ins Loch spielte. Die Zuschauer rasteten komplett aus. Eine Jugendgruppe sprang auf, tanzte und feierte diesen Schlag, als hätte gerade jemand in der Nachspielzeit ein Champions-League-Finale entschieden. Der Spieler ging zu ihnen hin und klatschte sie ab.


Das war einer dieser Momente, in denen man merkt: Golf muss nicht steif sein. Golf kann auch laut, emotional und ziemlich cool sein.


  • Bryson DeChambeau und Jon Rahm
  • Anthony Kim
  • Bryson DeChambeau
  • Ruhe bitte
  • Konzentration auf dem Putting-Green
  • Bryson am putten
  • Perfekter Putt

22 Dollar für ein Bier. Willkommen in Amerika.

Wer schon einmal an einem Sportevent in den USA war, kennt das Thema: Getränke sind teuer. Sehr teuer. Besonders alkoholische Getränke.


Ich war schon bei Baseball- und Footballspielen in den USA und wusste deshalb ungefähr, was mich erwartet. Aber trotzdem schaut man kurz nicht schlecht, wenn eine Dose Bier, immerhin knapp 7 Deziliter, etwa 22 Dollar kostet. Wenn man dann für sich und den Kollegen je ein Bier holt, inklusive Trinkgeld, ist man schnell fast 50 Dollar ärmer.


Da fühlt sich der erste Schluck schon fast an wie ein Investment.


Beim Essen war es typisch amerikanisch und genau so, wie man es an einem solchen Event erwartet: Hotdogs, Brisket Sandwiches, Wraps, Fries und vieles mehr. Über das Gelände verteilt gab es immer wieder Essensstände. Zusätzlich fuhren Getränkekarts herum, wie man es von amerikanischen Golfplätzen kennt. Man konnte also auch unterwegs etwas kaufen, ohne gleich den halben Platz zurücklaufen zu müssen.


Die Toiletten waren klassische mobile Toiletten, aber sehr gut verteilt und überraschend sauber. Das muss man den Organisatoren wirklich lassen. Bei einem Grossanlass ist das keine Nebensache. Niemand möchte seinen Erlebnisbericht mit „und dann begann das wahre Abenteuer bei den Toiletten“ fortsetzen.


Wartezeiten waren insgesamt absolut in Ordnung. Nur beim Clubhouse wurde es später länger. Aber das hatte einen speziellen Grund.


Der Clubhouse-Plot-Twist

Schon beim Betreten des Geländes war mir aufgefallen, dass das Sicherheitsaufgebot etwas grösser war als bei einem normalen Sportevent. Neben dem üblichen Sicherheitsdienst sah man auch viel Polizei. Nicht erschreckend oder unangenehm, aber deutlich sichtbar.


Auf der Range merkte ich dann, dass eine Person mit ziemlich vielen Bodyguards zu Dustin Johnson ging. Ich erkannte ihn als Eric Trump, den Sohn von Donald Trump.


Später wollten wir zum Clubhouse. Und dort wurde dann klar, dass das Sicherheitsdispositiv nochmals eine andere Dimension hatte. Der Bereich war weiträumig abgesperrt. Man konnte zwar zum Clubhouse hinaufgehen, musste aber bereits etwa 500 Meter vorher durch Metalldetektoren. Secret Service, Absperrungen, Sprengstoffspürhunde. Es fühlte sich ein bisschen an wie ein Film, nur dass man selbst plötzlich Statist ist und hofft, dass man keine Wasserflasche im Rucksack vergessen hat.


Es war aber alles sehr ruhig und professionell. Nicht schlimmer als an einem Flughafen. Nur eben mitten auf einem Golfplatz.


Als wir dann im Bereich des Clubhouses waren, sahen wir auch den Grund: Etwa zwanzig Meter neben uns stand Donald Trump und schaute sich ebenfalls das Turnier an.


Politisch möchte ich das gar nicht bewerten. Für mich war es einfach spannend, einmal live mitzuerleben, wie so ein Sicherheitsdispositiv funktioniert. Man kennt solche Szenen sonst eher aus Filmen oder Nachrichtensendungen. Vor Ort war die Stimmung aber nicht politisch aufgeheizt. Es gab keine grosse Pro- oder Anti-Inszenierung. Einige winkten, andere schauten eher zur Seite. Alles blieb friedlich und unaufgeregt.


Während wir auf den Einlass ins Clubhouse warteten, fuhr Donald Trump auch noch mit seinem Golfcart an uns vorbei. Das ist sicherlich nicht etwas, was ich bei meinem nächsten Turnier im Golfclub Hochschwarzwald ebenfalls erwarten würde.


Blick auf das Clubhouse des Trump National Golf Club während LIV Golf Virginia
Blick auf das Clubhouse des Trump National Golf Club

Proshop, Präsidenten-Golfbag und ein Polo für 160 Dollar

Ins Clubhouse selbst wurden immer nur phasenweise Leute hineingelassen, damit es nicht überfüllt wurde. Dadurch mussten wir rund 45 Minuten anstehen. Aber wenn man schon einmal dort ist, wartet man eben. Manchmal ist Geduld im Golf nicht nur auf dem Grün gefragt.


Im Proshop war ich dann überrascht, dass er gar nicht so riesig war. Er hatte natürlich eine ordentliche Grösse, aber ich war in den USA schon in anderen namhaften Golfclubs mit deutlich grösseren Proshops. Vermutlich liegt das daran, dass es sich um einen Privatclub handelt, der normalerweise keine grossen Touristenmassen abfertigen muss. Während LIV Golf war das wahrscheinlich eine Ausnahme.


Die Preise waren gehoben. Ich kaufte mir ein Polo-Shirt vom Golfclub für rund 160 US-Dollar. Ein klassischer Logo-Ball kostete 10 Dollar. Also kein Ort, an dem man denkt: „Ach komm, ich nehme gleich noch ein paar Kleinigkeiten für alle mit.“ Eher ein Ort, an dem man innerlich kurz fragt, ob dieses Polo vielleicht später auch noch Aktien-Rendite ausschüttet.


Spannend war auch, dass dort ein Golfbag des US-Präsidenten stand, mit Namen und präsidialem Siegel. Das sieht man definitiv nicht alle Tage. Davon musste ich natürlich ein Foto machen.


Golfbag des US-Präsidenten im Proshop des Trump National Golf Club während LIV Golf Virginia
Golfbag des US-Präsidenten

Country zum Abschluss und Abreise ohne Chaos

Nach dem Golf war noch nicht einfach Schluss. Auf einer grossen Eventbühne spielte Bailey Zimmerman. Amerikanische Country Music, gute Stimmung, friedliche Atmosphäre und ein perfekter Abschluss eines Tages, der ursprünglich überhaupt nicht geplant war.


Bailey Zimmerman live on stage
Bailey Zimmerman auf der Eventbühne nach dem LIV-Golf-Turnier in Virginia

Erst danach kam für mich die Frage, ob die Abreise wohl genauso entspannt funktionieren würde wie der Rest des Tages. Wenn bei einem solchen Event alle gleichzeitig das Gelände verlassen wollen, kann das schnell mühsam werden. Aber auch hier war die Organisation beeindruckend.


Ich zählte allein über 40 Busse, die bereitstanden. Und da bereits Busse am Hin- und Herfahren waren, gehe ich davon aus, dass insgesamt deutlich mehr im Einsatz waren. Vielleicht sogar über 100. Jedenfalls funktionierte der Abtransport der Menschenmassen erstaunlich gut.


  • Thank You and see you again
  • Shuttlebusse für die Abreise nach dem LIV Golf Virginia im Trump National Golf Club


Mein Fazit zu LIV Golf Virginia

Ich war absolut begeistert von diesem Event. LIV Golf Virginia war von A bis Z perfekt organisiert. Die Anreise, das Gelände, die Stimmung, die Nähe zu den Spielern, das Rahmenprogramm, die Musik und selbst die Abreise wirkten durchdacht und professionell.


Für mich war besonders spannend, dass dieses Event eben nicht nur etwas für eingefleischte Golf-Enthusiasten ist. Natürlich kommt man als Golfspieler voll auf seine Kosten. Wenn man Jon Rahm, Sergio Garcia, Bryson DeChambeau, Cameron Smith, Dustin Johnson oder Lucas Herbert live sieht, dann ist das schon beeindruckend. Aber durch das ganze Drumherum ist LIV Golf auch für Menschen spannend, die mit Golf sonst wenig anfangen können.


Mein Freund ist dafür das beste Beispiel. Er kam mit der Erwartung, dass es eher ruhig, steif und vielleicht etwas langweilig wird. Am Ende war auch er begeistert. Und das sagt einiges.


Golf wird auch in Europa lockerer. Die Clubs verändern sich, das Publikum wird jünger, und der Sport öffnet sich. Aber in den USA merkt man nochmals stärker, dass Golf auch ein echter Publikumssport sein kann. LIV Golf treibt diesen Gedanken auf die Spitze: Musik, Teams, Kanonenstart, Entertainment, Stars zum Anfassen und ein Festivalgefühl auf einem perfekt gepflegten Golfplatz.


Natürlich gibt es auch Kritikpunkte. Ich hätte mir auf dem riesigen Gelände mehr Grossleinwände gewünscht. Ich habe bewusst nur zwei gesehen, eine bei Abschlag 1 und eine bei der Tribüne am 18. Loch. Wer den Überblick über Scores und andere Spieler behalten wollte, war stark auf das Mobiltelefon angewiesen. Bei einem Event dieser Grösse wären mehr Screens sicher hilfreich gewesen.


Und ja, die Preise waren teilweise sportlich. Besonders beim Bier hatte ich kurz das Gefühl, ich hätte gerade nicht ein Getränk gekauft, sondern einen kleinen Anteil an der Brauerei.


Trotzdem bleibt mein Fazit klar: Wer einmal die Möglichkeit hat, ein professionelles Golfturnier live zu erleben, sollte das unbedingt tun. Und wer glaubt, Golf sei grundsätzlich langsam, steif und nur etwas für Menschen mit sehr viel Geduld, sollte sich einmal LIV Golf anschauen.


Für mich war dieser Samstag in Virginia ein echtes Highlight. Aus einem Roadtrip ohne Golf wurde plötzlich ein Tag voller Stars, Musik, Stimmung, Secret Service, Country-Konzert und einem Bierpreis, den ich vermutlich noch länger nicht vergessen werde.


Golf kann also tatsächlich Festival. Man muss es nur einmal live erleben.


Abendstimmung auf dem Trump National Golf Club nach einem langen Tag bei LIV Golf Virginia
Abendstimmung auf dem Trump National Golf Club


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