Zwei Jahre mit dem Arccos Golf Tracker – meine ehrliche Bilanz
- Marco

- 24. Juli 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Aug. 2025
Vor zwei Jahren dachte ich: Arccos? Nettes Spielzeug, aber das landet bestimmt bald in der Golf-Krabbelkiste. Falsch gedacht. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team, Arccos und ich.
Los ging das Ganze mit meinem neuen Ping G430 Schlägerset. Da waren die Sensoren kostenlos dabei. Eine smarte Marketingaktion, die gewirkt hat. Arccos kooperiert mit mehreren Herstellern, bei denen du beim Schlägerkauf die Sensoren gratis anfordern kannst. Zum Beispiel bei Ping, Cobra oder TaylorMade.
Tipp: Wenn du ohnehin planst ein neues Set zu kaufen, lohnt sich ein Blick auf die teilnehmenden Marken. So bekommst du die Sensoren ohne Zusatzkosten und kannst direkt loslegen.
Da mich immer wieder Leute fragen, ob das System wirklich etwas bringt, kommt hier meine ungeschönte, aber liebevoll gepflegte Langzeiterfahrung.
Was ist Arccos eigentlich?
Für alle, die noch nie davon gehört haben: Arccos Golf ist ein System aus kleinen Sensoren, die du hinten an deine Schläger schraubst. Dazu gibt es eine App, die deine Schläge aufzeichnet, Distanzen misst und dir zeigt, wo dein Spiel, sagen wir mal, noch Entwicklungspotenzial hat.
Also quasi wie ein Caddie. Nur ohne Trinkgeld und Augenrollen, wenn du den siebten Chip verkackst.

Installation und erste Schritte – fast wie bei IKEA
Die Sensoren waren schnell montiert. Ich musste nicht mal fluchen, was bei mir fast schon ein Ritterschlag für gute Bedienbarkeit ist. Einfach hinten in den Griff schrauben, meistens ist das passende Loch schon vorhanden.
Seitdem zeichnen die Sensoren jeden Schlag automatisch auf. Erstaunlich zuverlässig.
Mit dem Arccos Link Pro müsste man nicht einmal mehr das Handy dabeihaben, weil der kleine Clip alles aufzeichnet. Ich nutze trotzdem weiterhin mein Smartphone. Nicht weil ich technikfeindlich bin, sondern weil ich mir kein zusätzliches Gerät einstecken will. Und da ich mein Handy eh immer dabei habe, passt das.

Ausserdem nutze ich das Handy wie ein digitales Birdie-Book. Ich kann mir jedes Loch im Voraus anschauen, individuelle Distanzen zur Fahne oder zu Hindernissen anzeigen lassen und die optimale Strategie überlegen. Das funktioniert besonders gut auf Plätzen, die ich noch nicht kenne, aber auch auf meinem Stammplatz entdecke ich damit immer wieder neue Möglichkeiten.
Was ich zusätzlich richtig praktisch finde: Ich habe Arccos mit meiner Apple Watch gekoppelt. So sehe ich alle relevanten Informationen direkt auf dem Handgelenk, also Distanzen, Schlägervorschläge und Winddaten, ohne ständig aufs Handy schauen zu müssen. Das fühlt sich fast ein bisschen professionell an. Und spart Zeit.

Die kleinen Sensoren tracken alles im Hintergrund, während ich auf dem Platz so tue, als hätte ich alles im Griff.
Die App – mein digitaler Spiegel
Die App ist wie ein schonungslos ehrlicher Freund. Sie zeigt dir nicht nur, wie weit du wirklich schlägst (Spoiler: deutlich weniger als du dachtest), sondern auch, wo du wie viele Schläge verlierst. Dank des Strokes Gained Dashboards weiss ich jetzt: Mein Putter ist okay, meine Drives sind solide, aber meine Annäherungsschläge? Eher Annäherungsverweigerung
Dazu kommt der AI Rangefinder, der Wind, Höhenmeter und Temperatur berücksichtigt. Wenn ich trotzdem zu kurz bleibe, kann ich also nicht mal mehr das Wetter verantwortlich machen.
Licht und Schatten von Arccos Golf – was Arccos gut kann und was nicht
Was ich liebe:
Ich weiss ziemlich genau, welcher Schläger welche Distanz abdeckt.
Nach jeder Runde sehe ich, was gut war und was ausbaufähig ist.
Die App hilft mir, strategischere Entscheidungen auf dem Platz zu treffen.
Besonders motivierend finde ich die automatische Zusammenfassung nach jeder Runde. In einer Art Diashow werden die besten Schläge hervorgehoben, inklusive Vergleich mit Daten von PGA-Pros. Wenn da steht, dass mein Annäherungsschlag auf der 1 besser war als 93 Prozent aller vergleichbaren Schläge auf der PGA Tour, dann erfüllt mich das mit berechtigtem Stolz. Selbst wenn das Gesamtergebnis sonst eher durchzogen war.

Was mich nervt:
Nicht jeder Schlag wird erkannt. Besonders Putts muss ich manchmal manuell nachtragen, zum Beispiel wenn ich mit zwei Schlägern ans Green gehe um zuerst einen Chip zu schlagen um danach z putten. Die Sensoren werden durch Licht aktiviert. Wenn also beide Schläger ausserhalb der Tasche sind, kann das System nicht zuverlässig erkennen, welcher genutzt wurde. Lösung: Den ungenutzten Schläger kurz in der Tasche lassen oder den Putt nach der Runde in der App ergänzen.
Was mich ebenfalls wundert: Die App ist auch nach Jahren nicht auf Deutsch verfügbar. Das ist grundsätzlich kein Problem, aber wenn man sich genauer mit dem Dashboard auseinandersetzen will, wird es schnell anspruchsvoll. Viele der Begriffe stammen aus dem englischen Golfjargon, und ich hätte selbst auf Deutsch schon Mühe, sie zu verstehen. Eine kleine sprachliche Geduldsprobe.
Kosten – lohnt sich das Abo?
Ab dem zweiten Jahr kostet das Abo rund 155 US-Dollar pro Jahr, also etwa 13 Dollar im Monat. Es gibt gelegentlich Rabattaktionen, vor allem für Neukundinnen und Neukunden oder bei Bundles mit neuen Sensoren.
Mein Vergleich: Wenn ich es mit dem Geld vergleiche, das ich für sinnlose Golf-Accessoires ausgegeben habe, ist es fast schon eine Investition in meine sportliche Zukunft.
Mein grösstes Learning?
Arccos hat mir gnadenlos vor Augen geführt, wie ich wirklich spiele, nicht wie ich denke, dass ich spiele. Und das ist genau der Punkt: Ohne diese Daten würde ich mich immer noch fragen, warum mein Score nicht besser wird, obwohl ich doch gar nicht so schlecht gespielt habe.Jetzt weiss ich: Doch, Marco. Doch, du hast.
Mein Fazit nach zwei Jahren
Arccos ist kein Spielzeug. Es ist ein Golf-Coach im Sensorformat. Manchmal unbequem ehrlich, aber immer hilfreich. Ich habe dadurch nicht nur mein Spiel besser verstanden, sondern treffe auch cleverere Entscheidungen auf dem Platz.
Klar, ich bin immer noch kein Scratch-Golfer. Aber ich bin ein reflektierter Birdie-Verweigerer. Und das ist auch was wert.
Wenn du also Lust hast, deinem Spiel mal den digitalen Spiegel vorzuhalten, kann ich Arccos echt empfehlen. Nur eines solltest du mitbringen:
👉 Den Mut zur Wahrheit
👉 Und ein bisschen Humor. Der hilft bei den Erkenntnissen enorm.
PS: Wenn du Fragen hast oder wissen willst, wie sich Arccos auf meinem Heimplatz verhält, schreib mir gern.Ich tracke weiter und vielleicht ja bald auch mit einem besseren Score.
Weitere Informationen unter: https://eu.arccosgolf.com/














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