Golfunterricht – Warum, Wann und Wie oft?
- Marco

- 26. Aug. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Ein Erfahrungsbericht eines Golfers mit Handicap 34
Heute möchte ich mich dem Thema Golfunterricht widmen, denn meiner Meinung nach reicht es nicht, einfach den nächstbesten Golf-Pro zu schnappen und zu glauben, nach ein paar Stunden könne man Golf spielen. So funktioniert das nicht, zumindest nicht bei mir (und ich vermute, auch nicht bei dir). Golf ist ein komplexer Sport, und der richtige Coach kann den Unterschied machen zwischen einem schönen Sonntagsspaziergang mit viel Fluchen und einem Spiel, das sich Stück für Stück verbessert.
Ich habe in den letzten zwei Jahren selbst einiges ausprobiert, verschiedene Pros getestet und festgestellt: Es ist gar nicht so einfach, denjenigen zu finden, der wirklich zu einem passt. In diesem Artikel erzähle ich dir von meinen eigenen Erfahrungen und auch davon, was andere Golfer und Coaches empfehlen. Vielleicht hilft es dir, schneller den Pro zu finden, der dir nicht nur sagt, was du falsch machst, sondern auch erklärt, warum.

Warum ist regelmässiges Training mit einem Golf-Pro so wichtig?
Wer glaubt, er könne Golf nur mit YouTube und ein paar lockeren Runden unter Kumpels meistern, glaubt wahrscheinlich auch, dass fettfreies Essen genau so gut schmeckt wie mit Fett. Klar, YouTube ist verlockend (und manchmal auch hilfreich), aber ohne echten Pro fehlt dir der rote Faden.
Der Unterschied? Ein Pro sieht, was du machst, und sagt dir nicht nur: «Mach mal einen halben Schwung», sondern zeigt dir auch, dass dein «halber Schwung» in Wahrheit fast ein ganzer war. Und wenn du so tickst wie ich, dann brauchst du Beweise – sprich: Videos. Nur wenn ich sehe, was ich mache, kann ich es auch begreifen.
Wie finde ich den richtigen Pro und worauf soll ich achten?
Die Suche nach «meinem» Pro war fast wie Online-Dating. Zuerst habe ich es klassisch probiert: der Pro im Heimatclub. Problem: An Wochenenden monatelang ausgebucht. Sorry, aber Golf ist für mich ein Freizeitsport und keine Operation am offenen Herzen, die man sechs Monate im Voraus planen muss.
Also habe ich verschiedene Pros getestet. Ich bin ein analytischer Mensch mit viel Ehrgeiz. Für mich braucht es Checklisten (danke, Luftfahrt-Vergangenheit), wenigstens im Kopf, die ich vor dem Schlag abrufe. «Ballposition? Check. Griff? Check. Gewicht? Check.» Wenn ich nicht verstehe, was passiert, wenn ich etwas anders mache, verliere ich den Faden.
Genau da trennt sich die Spreu vom Weizen: Viele langjährige Coaches überspringen aus meinen Erfahrungen Selbstverständlichkeiten. Wie beim Fahrradfahren: Klar zeigt man dir, wie man losfährt, bremst und lenkt. Aber den Ständer hochzuklappen wird oft gar nicht erwähnt, weil es «ja logisch» ist. Für Anfänger oder eben Analytiker wie mich sind diese Basics aber Gold wert.
Darum bin ich mittlerweile bei einem Pro, der selbst noch nicht ewig Golf spielt. Er erklärt Dinge wieder von Grund auf. Und ja, dass er zwei Ingenieurstitel hat, hilft wohl auch: Er denkt wie ich, strukturiert, nachvollziehbar, Schritt für Schritt. Passt perfekt.
Aber nicht jeder tickt wie ich. Es gibt Spieler, die brauchen eher Motivation und Schulterklopfen als Checklisten und Daten. Deshalb: Der richtige Pro ist individuell und manchmal sogar ausserhalb des Heimatclubs zu finden.

Der menschliche Faktor
Mir ist ein lockerer Umgang wichtig. Aber klar: Ich sage meinem Pro auch immer, ich bin zum Spass auf dem Golfplatz, aber nicht zum Spass beim Pro. Ich bezahle dafür, besser zu werden. Wer mir nach jedem Fehlschlag übers Köpfchen streichelt und sagt «wird schon» – nein danke. Ich brauche im Zweifel auch mal einen Arschtritt, wenn ich denselben Fehler zum zehnten Mal mache.
In welchen Intervallen zum Pro?
Hier kann ich nur für mich sprechen, aber meine Recherche hat ergeben, dass es andere Golfer und Pros oft so sehen:
HCP 30–54: Viele empfehlen hier Unterricht alle paar Wochen, weil in dieser Phase fast jeder Schwung noch eine kleine Wundertüte ist.
HCP 15–30: Häufig heisst es, dass einmal pro Monat reicht, solange man dazwischen regelmässig übt.
HCP unter 15: Hier braucht es weniger Technikstunden, dafür mehr Feinschliff im Bereich Turniervorbereitung, Mental Game oder Course Management.
Ich persönlich fahre mit etwa einer Stunde im Monat gut. Wenn ich grössere Baustellen im Schwung habe, dann auch mal öfter, aber ohne Übercoaching. Sonst hängst du irgendwann im «Analyse-Koma» und denkst mehr über dein Handgelenk nach als über den eigentlichen Schwungablauf.
YouTube & Co – was taugt das?
YouTube ist die Golf-Version von Fast Food: schnell, praktisch, manchmal lecker, aber auf Dauer eher ungesund. Es gibt Perlen wie Danny Maude (ruhig, verständlich, echt gut für uns Normalos) oder Rick Shiels (unterhaltsam und lehrreich). Und ich persönlich kann die Videos von Jimmy Tropicana sehr empfehlen, besonders seine kurzen Clips auf TikTok, die oft genau auf den Punkt bringen, worauf es ankommt. Aber: Kein Video ersetzt einen Pro, der deine individuellen Fehler erkennt und direkt korrigiert.
Neue Technologien im Golfunterricht
Golf ist längst nicht mehr nur Schläger, Ball und Durchschwung. Neue Technologien halten auch hier Einzug und zwar ziemlich spannend.
Da gibt es zum Beispiel Apps mit künstlicher Intelligenz, die sich als dein persönlicher Swing-Coach aufspielen. Erste Versuche habe ich damit schon gemacht. Spoiler: Faszinierend, aber "noch" nicht die eierlegende Wollmilchsau.
Und dann ist da noch das Thema Golfunterricht im Simulator. Besonders in den Wintermonaten kann Indoor-Training extrem wertvoll sein: trocken, warm, datengetrieben und ideal für Analytiker wie mich, die Zahlen und Videos lieben.

Beide Themen sind so spannend, dass ich ihnen je einen eigenen Blogartikel widmen werde. AI-Coach demnächst, Golf-Simulator dann im Herbst, wenn draussen die Finger wieder am Schläger festfrieren.
Fazit
Golfunterricht ist kein Luxus, sondern die Abkürzung auf dem steinigen Weg vom Slice-Meister zum passablen Spieler. Der richtige Pro ist dabei Gold wert und zwar einer, der nicht nur menschlich passt, sondern auch deine Art zu lernen versteht. Für manche ist das Motivation, für andere (wie mich) sind es Daten, Videos und klare Strukturen.
Und ob du deinen Pro im Heimatclub findest oder irgendwo anders: Am Ende zählt nur, dass du nach der Stunde nicht nur «fühlst», sondern auch verstehst, warum der Ball diesmal eben nicht im Wald gelandet ist.
Ein kleiner Tipp zum Schluss: Genauso wichtig wie die Stunde beim Pro ist der Besuch der Driving Range nach einer 18-Loch-Runde. Denn dort kannst du die Flausen, die sich während der Runde eingeschlichen haben, gleich wieder loswerden, bevor sie sich festsetzen und dich beim nächsten Mal erneut heimsuchen.






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