Pace of Play – warum ich plötzlich schneller spiele (und trotzdem entspannter bin)
- Marco

- 24. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Langsame Runden nerven. Punkt. Ich hasse es, wenn man ewig am Abschlag steht, der Rhythmus weg ist und man sich schon nach Loch 5 denkt: «Das zieht sich wie Kaugummi.» Dabei habe ich irgendwann gemerkt: Tempo hat nicht viel mit meinem Handicap zu tun, sondern mit meinen Gewohnheiten. Also habe ich angefangen, ein paar Dinge umzustellen – und siehe da: Ich spiele heute deutlich flüssiger, ohne mich zu hetzen.
Hier beantworte ich die Fragen, die mir beim Thema Pace of Play am meisten gestellt werden (oder die ich mir selbst gestellt habe).

Was hat mir am meisten Zeit geklaut?
Ganz ehrlich? Chaos. Meine Tasche war ein halber Abfallkübel. Überall alte Scorekarten, lose Tees, Bälle irgendwo zwischen Handschuhen und Flaschen. Jedes Mal suchte ich etwas. Seit ich meine Tasche wie einen Werkzeugkasten organisiert habe, spare ich locker 10 Minuten pro Runde. Alles hat seinen Platz, ich packe am Vorabend und bin viel entspannter.
Warum gehe ich jetzt früher los?
Früher war ich der Typ, der kurz vor Tee-Time angerannt kam, Schuhe im Stehen gebunden, Puls 180. Wenn es mal gereicht hat, bin ich noch schnell über die Driving Range geflogen, habe ein paar Bälle geschlagen und musste dann direkt zum Abschlag hetzen. Ergebnis: keine Ruhe, kein Rhythmus, die ersten drei Löcher komplett verkrampft.
Heute plane ich 30 Minuten ein. Schuhe an, kurzer Check, ein paar lockere Schwünge und Putts üben (oder auch nicht). Klingt unspektakulär, macht aber den grössten Unterschied für meinen Start in die Runde.
Wie sieht meine Pre-Shot-Routine heute aus?
Früher: drei Probeschwünge, ewiges Zielen, nochmal neu ansetzen, alle Variabeln im Kopf durchgehen. Heute: Entscheidung treffen → zwei Probeschwünge → Schlag. Fertig. Vom Schläger greifen bis zum Impact dauert das Ganze maximal 30 Sekunden. Komischerweise spiele ich dadurch sogar besser, weil ich nicht mehr in jedem Schwung zerdenke.
Was mache ich, während die anderen schlagen?
Ich war lange der klassische «erst wenn ich dran bin»-Typ. Heisst: Ich habe zugeschaut, dann Distanz gemessen, Schläger gesucht, Handschuh angezogen. Heute mache ich das alles schon vorher. Wenn ich dran bin, stehe ich also ready am Ball. Das spart im Flight richtig viel Zeit – wir reden hier locker von 20–30 Minuten auf 18 Loch.

Ist Ready Golf wirklich so wichtig?
Ja! Ready Golf heisst für mich: Wer bereit ist, spielt. Natürlich mit Rücksicht und ohne jemanden zu gefährden. Ich frage kurz: «Ok, wenn ich gehe?» – und dann ab dafür. Am Grün puttet, wer soweit ist. Das macht die Runde deutlich flüssiger. Wir sprechen uns im Flight kurz ab, dass wir Ready Golf spielen, und damit ist das Thema erledigt.
Was habe ich beim Cart / Trolley geändert?
Ich parke nicht mehr wie ein Depp direkt hinter dem Grün. Stattdessen stelle ich das Cart oder den Trolley so hin, dass ich gleich zum nächsten Loch weiterfahren kann. Zum Ball nehme ich falls nötig immer 2–3 Schläger mit, um keinen Rückweg wegen Schlägertausch zu haben. Dies ist besonders Wichtig bei Golfplätzen wo man das Fairway nicht befahren darf. Und wenn ich mit Partner spiele, machen wir Teamwork: einer fährt, einer bereitet vor. Kleinigkeiten, die über 18 Loch richtig viel Zeit sparen.
Wie gehe ich mit verlorenen Bällen um?
Früher habe ich ewig gesucht und die anderen mit mir. Heute setzen wir uns ein 2-Minuten-Limit. Dazu spiele ich öfter mal einen provisorischen Ball, wenn ich Zweifel habe. Schlimmster Fall: Der erste Ball liegt doch gut. Dann habe ich halt einen Schlag mehr gemacht, aber wir mussten nicht zurück. Und: Ich habe immer 1 Ersatzball griffbereit in der Hosentasche.
Mit einem Augenzwinkern musste ich übrigens auch lernen: Golfbälle sind Verbrauchsmaterial. Ich muss nicht in jedem Ball eine Geldmünze sehen, die ich unabsichtlich in den Wald geworfen habe. Seit ich das verinnerlicht habe, spiele ich entspannter und spare mir die halbe Waldwanderung.
Fazit: Was hat’s gebracht?
Seit ich diese kleinen Routinen eingeführt habe, spiele ich deutlich flüssiger. Unser 4er-Flight braucht im Schnitt knapp über 4 Stunden, was für mich perfekt ist. Ich fühle mich entspannter, weil ich nicht dauernd das Gefühl habe, gebremst zu werden und das wirkt sich auch auf mein Spiel aus.
Mein Tipp: Fang nicht an, alles auf einmal umzusetzen. Nimm dir zwei Punkte raus, die dir am meisten bringen, und probiere sie nächste Runde aus. Danach zwei weitere. So wird dein Pace of Play automatisch besser und das macht nicht nur dich glücklicher, sondern auch deine Mitspieler.
👉 Jetzt bin ich gespannt: Welche Tipps hast du für ein speditiveres Spiel?
Hast du Tricks, die in deinem Flight super funktionieren? Oder vielleicht eine witzige Eigenheit, die dir beim Tempo hilft? Schreib’s mir gerne in die Kommentare ich freue mich auf den Austausch!






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